GBR Ausflug Kloster Wennigsen

Tympanon
Jens Jeitner

Herbstausflug des Gemeindebeirates im Kloster Wennigsen

Bei einem herbstlichen Ausflug besuchten die Mitglieder des Gemeindebeirates am 14. Oktober 2017 das Kloster Wennigsen. Dieser Ausflug war Teil des Jahresprogramms sowie der Temarbeit des Gemeindebeirates. Nach gemeinsamer und kommunikativer Anreise mit der S-Bahn erfuhren die Gemeindebeiratsmitglieder viel Spannendes aus der wechselhaften Geschichte des Klosters, aber auch interessante Geschichten aus dem Klosterleben.

Die Klostergebäude aus der Barockzeit sind, so wie man sie heute vorfindet, zwischen 1707 u. 1725 entstanden. Allerdings reicht die Geschichte des Klosters mit der viel älteren Klosterkirche weiter zurück, sie wurde schon vor 1200 als Stift für Augustiner-Chorfrauen gegründet. Nach 1542, als die Reformation auch im Calenberger Land Einzug fand, erfolgte der Übergang zu einem evangelischen Damenstift. Die Klosterkirche erfuhr bis ins 20. Jahrhundert hinein immer wieder Um- und Erweiterungsbauten. Spannend war die Geschichte, wie einige Heiligenstatuen und andere Kunstwerke die Wirren des Bildersturms überlebten: Bei Einzug der Reformation wurden Kunstwerke offenbar hinter Mauern versteckt, wo sie erst im Rahmen von Umbaumaßnahmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Handwerkern wiederentdeckt wurden. Sie schmücken nun den Kirchenraum bzw. sind im kleinen Klostermuseum zu bestaunen.

Das Kloster Wennigsen ist heute ein spirituelles Zentrum mit evangelischem Profil. Hier haben sich Menschen zusammengefunden, die anderen helfen, den Weg der geistigen und geistlichen Erneuerung zu entdecken und zu erproben. Ein Team mit seelsorgerischer und beraterischer Kompetenz, mit Erfahrung und Praxis in Meditation und Kontemplation und mit unterschiedlichen Methoden zur Erschließung und Vertiefung christlicher Spiritualität hilft den Weg nach Innen zu gehen. Verbindend ist die Tradition des Herzensgebetes, das als Weg des Herzens - Via Cordis - geübt wird. Dieser meditative Weg kommt aus der ostkirchlichen Tradition und gründet in einer urchristlichen Form des Gebetes, dem Hesychasmus (Hesychia = Ruhe im Sinne von „ohne Gedanken und Bilder"). Es gewinnt seit der Mitte des 20. Jahrhunderts vermehrt Freundinnen und Freunde auch im westlichen Christentum. Die Form des mantrischen (wiederholenden) Betens verbindet ihn mit Meditationswegen vieler anderer Religionen.

Zeitgemäße Formen christlicher Spiritualität zu gestalten und zugleich klösterliche Tradition zu bewahren, das ist das Anliegen einer sich seit 2008 entwickelten Geistlichen Frauengemeinschaft aus unverheirateten und verheirateten Frauen, auch um das Kloster Wennigsen mit neuem Leben zu füllen. Sie wurde 2011 von der Landeskirche Hannover als Geistliche Gemeinschaft anerkannt. So bereichern sie die vielfältige Landschaft der niedersächsischen Frauenkonvente und Kapitel um eine moderne Variante.

Nach all diesen Eindrücken kehrte der Gemeindebeirat noch im Deister Café ein: dort konnte man sich an Kaffeespezialitäten aus der eigenen Rösterei sowie Kuchen und Torten der Konditorei erfreuen. Bei entspannten Gesprächen klang dieser gelungene Tag mit einem Dank an Christa Lauenstein für die Organisation aus.

GBR Gruppe im Klostergarten
Jens Jeitner